Kultur und Natur

Immaterielles Kulturerbe werden

Illustration Immaterielles Kulturerbe
Immaterielles Kulturerbe ist kreativ und innovativ, traditionell und zukunftsgerichtet zugleich. Mit dem Wissen und Können seiner Träger leistet es einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaften.

Aufnahmeverfahren für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Die langfristige Erstellung des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes ist mit einem mehrstufigen Verfahren verbunden, an dem die Länder und die Kultusministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt und die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sind.

Zivilgesellschaftliche Akteure - die "Trägergemeinschaft(en)" - können Vorschläge zur Aufnahme in das Verzeichnis machen. Es besteht die Möglichkeit, eine Kulturform für das Bundesweite Verzeichnis oder ein Modellprogramm für das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes vorzuschlagen. Das Register ist Teil des Bundesweiten Verzeichnisses.

Alle zwei Jahre findet eine Bewerbungsrunde für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes statt. Die nächste Bewerbungsperiode wird voraussichtlich von April bis Oktober 2019 laufen. Kulturformen und Modellprogramme können von den praktizierenden Trägergemeinschaften und gegebenenfalls von Einzelpersonen für die Aufnahme in das Verzeichnis nominiert werden.

Die Kulturformen und Modellprogramme müssen im Sinne des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes sein und die Kriterien zur Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis oder das Register Guter Praxisbeispiele erfüllen. Bewerbungsdossiers (siehe Modalitäten) können während einer Bewerbungsrunde im entsprechenden Bundesland eingereicht werden. Bewerbungen, die nicht einem Bundesland zugeordnet werden können, werden im jeweiligen Sitzland der Trägergemeinschaft(en) eingereicht.

Jedes Bundesland trifft eine Vorauswahl und kann bis zu vier Bewerbungen an die Kultusministerkonferenz weiterleiten. Die bundesweite Vorschlagsliste wird an das unabhängige Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission weitergeleitet. Das Komitee prüft und bewertet die Bewerbungsdossiers nach den Kriterien für das Immaterielle Kulturerbe und empfiehlt Kulturformen oder Modellprogramme zur Aufnahme in das Verzeichnis. Die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigen abschließend die Auswahlempfehlungen des Expertenkomitees.

Kriterien zur Aufnahme einer Kulturform in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Kriterien zur Aufnahme eines Programms, Projekts oder einer Aktivität für das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Bewerbungsmodalitäten für das Bundesweite Verzeichnis und das Register Guter Praxisbeispiele

Aufnahme einer Kulturform in eine internationale UNESCO-Liste

Die Nominierung einer Kulturform für eine der UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbe durch Deutschland als Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens setzt eine erfolgreiche Eintragung im Bundesweiten Verzeichnis voraus. Pro Jahr ist nach den UNESCO-Regularien maximal eine eigenständige Nominierung pro Vertragsstaat möglich. 

Alle im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes geführten Kulturformen sind für eine UNESCO-Nominierung auswählbar. Das unabhängige Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission trifft eine Nominierungsempfehlung, die von der Kultusministerkonferenz und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigt werden muss.

Für diese Auswahl prüfen die Experten Kriterien wie den Beitrag der Kulturform zur Vielfalt auf den UNESCO-Listen, das innovative Potential im Sinne von „Wissen. Können. Weitergeben.“, der mögliche Beitrag der Kulturform zu nachhaltiger Entwicklung und zur Bewältigung sonstiger gesellschaftlicher Herausforderungen. Wichtig sind ebenfalls der potentielle Beitrag einer Nominierung zur Entwicklung einer offenen und demokratischen Gesellschaft sowie ihr Potential für internationale Zusammenarbeit.

Nominierungen für eine der internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes werden durch eine nationale Regierung bei der UNESCO eingereicht. Vertragsstaaten können jedes Jahr zum 31. März Nominierungen einreichen. Der Evaluierungsprozess und die endgültige Entscheidung über die Aufnahme erstrecken sich bis zum Ende des Folgejahres. Über die Aufnahme entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss des UNESCO-Übereinkommens nach eingehender Evaluierung durch einen Beratungsausschuss.

UNESCO-Listungen aus Deutschland

Aufnahmen und Nominierungen von Kulturformen und Modellprogrammen aus Deutschland

Links zu den UNESCO-Listen

Die drei Listen des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes:

Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit

Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes

Register Guter Praxisbeispiele

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