Kultur und Natur

Biosphärenreservate weltweit

686 UNESCO-Biosphärenreservate aus 122 Staaten bilden ein einmaliges Weltnetz. 20 Biosphärenreservate sind grenzüberschreitend, haben also Flächen in zwei oder drei Nachbarstaaten (Stand jeweils Juli 2018).

Das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB), das die Biosphärenreservate anerkennt, wurde 1970 eingerichtet. Es ist das erste globale Programm, das sich mit Mensch-Umweltbeziehungen beschäftigte. Die ersten Biosphärenreservate wurden 1978 anerkannt. Für die Biosphärenreservate sind drei Dokumente zentral, die internationalen Leitlinien, die Sevilla-Strategie von 1995, die MAB-Strategie 2015-2025 und der Aktionsplan von Lima von 2016. Deutschland hatte für die Gründung des MAB-Programms wichtige politische und fachliche Impulse gegeben und tut dies bis heute.

Die Gesamtfläche aller Biosphärenreservate weltweit (Kern-, Pflege- und Entwicklungszone zusammen gerechnet) wird auf über knapp über 10 Millionen Quadratkilometer geschätzt, das sind etwa 2 Prozent der Erdoberfläche. Die Zahl der in Biosphärenreservaten lebenden Menschen wird auf über 200 Millionen geschätzt (das heißt 2-3 Prozent der Weltbevölkerung).

Biosphärenreservate tauschen ihre Erfahrungen in einem Weltnetz aus, zum Beispiel durch langfristige internationale Partnerschaften. Das Verständnis für die Bedeutung von Biosphärenreservaten als Instrument für die Agenda 2030 weltweit zu fördern und zu helfen, internationale Partnerschaften auf den Weg zu bringen, ist ein Schwerpunkt der Arbeit der Deutschen UNESCO-Kommission.

Das Weltnetz der Biosphärenreservate wird besonders plastisch durch die jährliche Weltkarte. Diese Karte wird als Beitrag Deutschlands an die UNESCO seit 2012 in jedem Jahr von der Deutschen UNESCO-Kommission produziert, in Kooperation mit dem MAB-Sekretariat der UNESCO und ihren Schwesterorganisationen aus Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Die beidseitig bedruckte Karte enthält Lage und Namen aller Biosphärenreservate. Die Karte in der Version 2017/2018 können Sie durch Klick auf die Abbildung frei herunter laden und im Format DIN A1 kostenlos bestellen, solange der Vorrat reicht.

Publikation

Weltnetz der Biosphärenreservate 2017-2018.
UNESCO-Kommissionen Österreichs, Deutschlands, der Schweiz und Luxemburgs, 2017

Langfristige internationale Partnerschaften wie zum Beispiel zwischen dem deutschen Biosphärenreservat Rhön und dem südafrikanischen Biosphärenreservat Kruger-to-Canyons machen das Weltnetz der Biosphärenreservate zu einem Ort globalen Austauschs zwischen Experten, die zugleich tief in ihren Regionen verwurzelt sind. Weltkongresse aller Biosphärenreservate werden aus Kostengründen nur in größeren zeitlichen Abständen durchgeführt, zuletzt 2016 in Lima, Peru. Dafür gibt es im Weltnetz eine Vielzahl von Netzwerken:

  • In Europa und Nordamerika seit 1987: EuroMAB
  • In den lateinamerikanischen Staaten seit 1992: IberoMAB
  • In den ostasiatischen Staaten seit 1994: EABRN
  • Am östlichen Atlantik seit 1994: REDBIOS
  • In Afrika seit 1996: AfriMAB
  • In den arabischen Staaten seit 1997: ArabMAB 
  • In den südostasiatischen Staaten seit 1998: SeaBRnet
  • In Süd- und Zentralasien seit 2002: SACAM
  • Im Pazifik seit 2006: PacMAB
  • Insel- und Küstenbiosphärenreservate weltweit seit 2009

Zur vollständigen Liste aller Biosphärenreservate

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