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Korallenriffe mit Welterbestatus akut bedroht – Klimaschutzziele müssen erreicht werden

Der aktualisierte Lagebericht der UNESCO bestätigt: die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellem Niveau ist unerlässlich für das Überleben der Korallenriffe mit Welterbestatus.

Mit einer Eingrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellem Niveau könnte die kritische Massenbleiche der Korallenriffe verhindert werden. Effektive Managementpläne seien zudem unabdingbar, um die für die Nahrungsproduktion und den Küstenschutz unentbehrlichen Ökosysteme zu schützen. 

In Zusammenarbeit mit dem Programm Coral Reef Watch der US-amerikanischen Ozeanbehörde NOAA (United States National Ocean and Atmospheric Administration) veröffentlichte das Welterbezentrum der UNESCO nun den jüngsten Lagebericht zur kritischen Situation der Korallenriffe mit Welterbestatus. Dem Bericht zufolge könnte eine jährliche kritische Massenbleiche, welche durch steigende Wassertemperaturen und schwerwiegende Hitzebelastung hervorgerufen wird und zum Aussterben der Korallenriffe führt, durch eine Eingrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau verhindert werden.  

Diese Begrenzung des Temperaturanstiegs orientiert sich an den Zielen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, welche 2015 im Übereinkommen von Paris verankert wurden. 86 % der auf der Welterbeliste verzeichneten Korallenriffe könnten so nachhaltig vor der bedrohenden Massenbleiche geschützt werden.

„Während es der Auftrag der Welterbekonvention ist, Managementstrukturen vor dem Hintergrund des lokalen Entwicklungsdrucks zu stärken und somit die Resilienz des außergewöhnlichen universellen Wertes der auf der Welterbeliste verzeichneten Korallenriffe zu verbessern, zeigt dieser wissenschaftliche Bericht eindeutig, dass die Einhaltung des Pariser Übereinkommen essenziell für das Überleben dieses symbolträchtigen Teils des globalen Erbes der Menschheit ist."

Die Einhaltung des Pariser Übereinkommens ist essenziell für das Überleben der Korallenriffe.

Hintergrund

In den letzten drei Jahrzehnten hat die steigende Hitzebelastung zu einer zunehmenden Massenbleiche und dem Aussterben der Korallenriffe weltweit geführt. Im Zuge der globalen Massenbleiche zwischen 2014 und 2017 waren mindestens 15 der auf der Welterbeliste verzeichneten Korallenriffe wiederkehrendem Hitzestress ausgesetzt. Zudem wurde in diesem Zeitraum an einigen Orten die höchste jemals verzeichnete Sterberate registriert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Massenbleiche und das Aussterben der Korallenriffe in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen werden, sofern der Kohlendioxidausstoß nicht drastisch gesenkt wird.

Die vorliegende Aktualisierung des Lageberichts vom Juni 2017 wurde infolge eines Beschlusses des Welterbekomitees auf seiner 42. Sitzung in Krakau (Juli 2017) erstellt, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einfluss des Klimawandels auf UNESCO-Welterbestätten verfügbar und auf die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf Welterbestätten aufmerksam zu machen. Derzeit findet eine Überarbeitung der Richtlinien des Welterbekomitees zum Klimawandel statt. 

Neben dem Temperaturanstieg stellt die Versauerung des Meereswassers sowohl eine ernste Bedrohung für Korallenriffe, als auch für das gesamte Meeresökosystem, dar. Zu dieser Problematik legte die UNESCO im August 2018 den Bericht „The Ocean is Losing its Breath“ vor. Überfischung, Plastik und unkontrollierter Tiefsee-Bergbau sind darüber hinaus weitere ernsthafte Herausforderungen für den Naturschutz der Ozeane. Im Rahmen der Agenda 2030 hat sich die internationale Staatengemeinschaft unter anderem das Ziel gesetzt, „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen“ (Ziel 14). Für zwei diesbezügliche Unterziele ist die Zwischenstaatliche Ozeanografische Kommission der UNESCO (IOC, Intergovernmental Oceanographic Commission) verantwortlich, welche 1960 zur Koordinierung und Förderung der Ozeanforschung und -beobachtung gegründet wurde.

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