Zivilgesellschaft im Bereich Immaterielles Kulturerbe

Zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, im besonderen Vereine, Verbände, Nichtregierungsorganisationen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sind unerlässlich bei der Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes. Sie wirken durch eigene Projekte bei der Bestandsaufnahme, Dokumentation, Popularisierung und Weiterentwicklung des Immateriellen Kulturerbes mit.

Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland e.V. (BHU) mit Sitz in Bonn ist einer der ältesten deutschen Naturschutzorganisationen. Er ist Bundesverband der Bürger- und Heimatvereine in Deutschland und vereinigt etwa 500.000 Mitglieder. Seine Aufgabenschwerpunkte liegen unter anderem in der Erhaltung von Kulturlandschaften und dem Immateriellen Kulturerbe. Seine thematisch gegliederten Fachgruppen entwickeln Projekte, erstellen Problemanalysen und beraten politische Entscheidungsträger.

Seit 2015 gibt es eine Fachgruppe Immaterielles Kulturerbe. Durch zahlreichen Projekte, Tagungen und Publikationen sowie durch Vernetzung mit anderen Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene trägt der BHU zur Bewusstseinsbildung und zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes bei. Darüber hinaus ist er als eine akkreditierte Nichtregierungsorganisation beratend für den Zwischenstaatlichen UNESCO-Ausschuss zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes tätig.

Gründung: 1904
Sitz: Bonn
www.bhu.de

Zentralverband des Deutschen Handwerks

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH) vertritt die Interessen von einer Million Handwerksbetrieben in Deutschland mit mehr als 5,4 Millionen Beschäftigten und rund 360.000 Auszubildenden. Der ZDH bündelt die Arbeit von 53 Handwerkskammern, 48 Fachverbänden des Handwerks auf Bundesebene sowie bedeutenden wirtschaftlichen und sonstigen Einrichtungen des Handwerks in Deutschland.

Das Handwerk ist ein wesentlicher Kulturfaktor in der Gesellschaft. Umgekehrt ist die Schaffung und Bewahrung von (immateriellen) Kulturerbe ein zentrales Betätigungsfeld des Handwerks. Im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbe findet sich zahlreiches handwerkliches Wissen und Können. 

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ist als eine akkreditierte Nichtregierungsorganisation beratend für den Zwischenstaatlichen UNESCO-Ausschuss zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes tätig.

Gründung: 1949
Sitz: Berlin
www.zdh.de

Arbeitskreis Immaterielles Kulturerbe des Museumsverbandes in Mecklenburg-Vorpommern

Der Arbeitskreis Immaterielles Kulturerbe arbeitet seit seiner Gründung am 24. März 2015 unter dem Dach des Museumsverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist ein Zusammenschluss von Museumsmitarbeitern, Fachkundigen und Interessierten. Seine Aktivitäten bereiten das Thema Immaterielles Kulturerbe sachkundig für die Museen in Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit Partnern aus den Bereichen Volkskunde, Medien, Tourismus sowie in Abstimmung mit der Deutschen UNESCO-Kommission auf.

Drei Schwerpunkte stehen im Zentrum seiner Aktivitäten: 1) Die Entwicklung einer Landesliste Immaterielles Kulturerbe für Mecklenburg-Vorpommern, 2) eine "Rote Liste" des bedrohten Kulturerbes in Mecklenburg-Vorpommern und 3) Betreuung und Ausarbeitung von Bewerbungen für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. 

Gründung: 2015
Sitz: Mecklenburg-Vorpommern
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„Objekte der Könner“ – OMAHETI-Forschungsprojekt

Das inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekt „Objekte der Könner. Materialisierungen handwerklichen Erfahrungswissens zwischen Tradition und Innovation“ (OMAHETI) erforscht Handwerkskönnen und Handwerksobjekte, um Erkenntnisse über die Dynamiken von Innovationskulturen zu erlangen. Das Vorhaben verknüpft die drei Teildisziplinen Volkswirtschaftslehre, Kulturanthropologie und Wirtschaftspädagogik. Im Beirat des Projekts vertreten sind unter anderem der Zentralverband des Deutschen Handwerks und die Deutsche UNESCO-Kommission.

Ein inhaltlicher Fokus des Projekts liegt auf der Erforschung von Erfahrungswissen im innovationsstarken und als Immaterielles Kulturerbe anerkannten Handwerk Orgelbau. Neben der Erarbeitung von Materialien für die Öffentlichkeit sollen die durch das Forschungsprojekt entstandenen Erkenntnisse auch in die weitere Verbesserung der Orgelbauausbildung einfließen.
 

 

 

Laufzeit: 2015 bis 2018
Projektpartner: Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen, Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln, Zentralverband des Deutschen Handwerks
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