Hochwertige Bildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Zu dieser gesellschaftlichen Gesamtaufgabe muss jeder beitragen und Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle. Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche?

Ursache

Ursache

88 Mal pro Sekunde kauft sich in Deutschland jemand einen Coffee to go in einem entsprechenden Becher.

Wirkung

Wirkung

Pro Jahr landen dadurch drei Milliarden Coffee to go Becher allein in Deutschland im Müll.

Bildung für nachhaltige Entwicklung – kurz BNE – versetzt Menschen in die Lage angesichts einer Vielzahl verschränkter gesellschaftlicher Herausforderungen Entscheidungen für die Gegenwart und Zukunft zu treffen, dabei bei unweigerlichen Zielkonflikten Kompromisse zu suchen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf das Leben in anderen Weltregionen oder künftige Generationen auswirken. Bei BNE geht es darum, Situationen zu schaffen, in denen Menschen dafür gewonnen werden, sich mit ihren eigenen Werten und Haltungen zu beschäftigen und „nicht-nachhaltige“ Werte und Haltungen zu hinterfragen und sich aktiv in Gestaltungsprozesse nachhaltiger Entwicklung einzubringen. Neben den dafür notwenigen Kernkompetenzen wie kritisches und systematisches Denken, kollaborative Entscheidungsfindung und die Übernahme von Verantwortung adressiert BNE gezielt auch Lerninhalte, Pädagogik und die Gestaltung der Lernumgebungen. BNE ist nicht nur im Ziel 4 der Globalen Nachhaltigkeitsagenda verankert, es ist auch ein zentrales Instrument für das Erreichen aller 17 Nachhaltigkeitsziele.

Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung

Um die transformative Bildung voran zu treiben, hat die UNESCO von 2015 bis 2019 das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Deutschland setzt sich für die nationale Umsetzung des Weltaktionsprogramms ein. Unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Bundesregierung eine Nationale Plattform zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms eingerichtet. Dem Gremium gehören 39 Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an – darunter auch Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, ehemalige Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK). Herr Walter Hirche, Mitglied im Vorstand der DUK und Vorsitzender ihres Fachausschusses Bildung, stellt als Berater die Anbindung an die internationalen BNE-Prozesse sicher.

Im Juni 2017 hat die Nationale Plattform einen Nationalen Aktionsplan mit 130 Zielen und 349 konkreten Handlungsempfehlungen verabschiedet, die in den einzelnen Bildungsbereichen dazu führen sollen, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell in der deutschen Bildungslandschaft verankert wird. Zahlreiche Akteure, darunter auch Bundesministerien, haben in über 200 Commitments festgehalten, wie sie die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans unterstützen werden.

Die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. (DUK) setzt mit ihren Partnern im Rahmen einer Förderung des BMBF einzelne Programmteile des Weltaktionsprogramms in Deutschland um. Unter anderem zeichnet die DUK gemeinsam mit dem BMBF seit 2016 Lernorte, Netzwerke und Kommunen aus, die BNE besonders gelungen etablieren.

Das WAP kann auf die Erfolge der „UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) zurückgreifen.

Publikation

Education for Sustainable Development Goals. Learning Objectives.
UNESCO, 2017

Das BNE-Portal

Über die zahlreichen Aktivitäten rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland und weltweit informiert die Internetseite www.bne-portal.de. Das Portal bietet Hintergrundinformationen, informiert über Veranstaltungen und Ansprechpartner und gute Praxis. Pädagogen und Multiplikatoren finden dort Unterrichtsmaterialien und Literaturtipps.

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